Forschungsschwerpunkt III: Digitale Kompetenzen

Für viele Menschen ist das technologisch neue faszinierend und spannend. Täglich neue Entwicklungen und damit erforderliche Anpassungen suggerieren Innovation und Fortschritt. Reflektieren und Besinnen werden zunehmend durch Experimentieren und Ausprobieren ersetzt. Wer diesen digital bestimmten Kulturwandel akzeptiert (oder toleriert), der scheint dabei zu sein. Mike Friedrichsen möchte gerne in diesem Forschungsschwerpunkt die für eine Gesellschaft prägenden Fragen wie „Gestalten wir unsere Zukunft oder gestaltet eine zunehmend autonom voranschreitende Technologie unsere Zukunft?“ einbeziehen und Lösungskonzepte entwickeln.

Unter dem Begriff der Transformation ist die bewusste Umsetzung von tiefgreifenden Ver-änderungsmaßnahmen innerhalb gegebener Rahmenbedingungen in einem Unternehmen oder einer Organisation zu verstehen, die über Anpassungsprozesse und kontinuierliche Entwicklungen deutlich hinausgehen. Eine der stärksten Triebkräfte für die Transformation von Unternehmen bilden die Inventionen und Innovationen im IT-Bereich, die auf das exponentielle Wachstum (beschrieben durch das Moore‘sche Gesetz) zurückzuführen sind. Hier-bei geht es nicht nur um die Erzielung von Rationalisierungseffekten durch Automatisierung, sondern vielmehr auch um die Erschließung neuer Geschäftsmodelle. Im aktuellen Fokus der Entwicklung stehen dabei Informationstechnologien zur digitalen Transformation wie etwa Big Data, Data Science, Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) sowie Cloud Computing. Zudem müssen gerade im Vertrieb neue Kommunikationsformen integriert werden, um die Zielgruppen anzusprechen bzw. zu erschließen.

Probleme ergeben sich bei der digitalen Transformation vor allem durch den akuten Handlungsbedarf. Unternehmen und Akteure sind zur zeitnahen Aktivität gezwungen. Ein Schlüsselindikator für digitale Transformation ist vor allem das Bewusstsein innerhalb eines Unter-nehmens für die Fragestellungen zu schaffen. Offenbar sind sich viele Unternehmen nicht über die eigentlichen Treiber der digitalen Transformation bewusst und somit ergeben sich Kompetenzdefizite sowie unzureichender Ressourceneinsatz zur Bewältigung der neuen Herausforderungen.

Als wesentlicher Erfolgsparameter der Zukunft werden die digitalen Kompetenzen in den Mittelpunkt rücken. Digitale Kompetenzen sind (neue) Fähigkeiten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Lage versetzen, digitale Technologien anzuwenden, im Rahmen ihres Aufgabenprofils zu nutzen und darüber hinaus die digitale Transformation von Geschäftsprozessen mit voranzutreiben. Das Vorhandensein von digitaler Kompetenz ist die Kernvoraussetzung für wettbewerbsfähige Unternehmen. Während neue Technologien eingeführt werden, mangelt es bis hinauf in die obersten Chefetagen an digitalen Fähigkeiten. Vielen Unternehmen sind die Angebote von Weiterbildungen zu Digitalthemen zu teuer und ihnen fehlt die Kompetenz, die Qualität der Inhalte zu beurteilen. Des Weiteren können Unternehmen oftmals nicht auf Mitarbeiter verzichten, während diese sich weiterbilden. Jedoch entstehen Jobs mit verändertem Anforderungsprofil – neue, anspruchsvolle Jobs, die innerhalb der Unternehmen besetzt werden müssen.